Usbekistan 2026

2026 haben wir es endlich nach Samarkand geschafft - juhu! Aber warum wollte ich da eigentlich genau hin? Tja, der "Hauptverantwortliche" ist wohl Jörg Schlaich, der vor mehreren Jahrzehnten u.a. mich zu sich nach Hause einlud, um uns Interessierten Dias von der Seidenstraße zu zeigen und von der Reise zu berichten. Der zentrale Platz "Registan" in Samarkand hat mich damals sehr beeindruckt. Trotzdem war der Wunsch, nach Samarkand zu reisen - am besten mit dem Motorrad - zwischenzeitlich wieder etwas in den Hintergrund geraten und fast vergessen. Das änderte sich jedoch schlagartig, als ich 2025 beim Verlassen der CMT-Messe 2025 ein großes Foto aus Usbekistan sah. Schnell entstand ein Gespräch mit dem aufgeschlossenen Menschen am Messestand... Der Wunsch war wieder wach, und ein gutes Jahr und ein paar Videanrufe und WhatsApp-Nachrichten später saßen wir im Flieger (nicht auf dem Motorrad). Murad von Creative Tours hatte uns eine Reise nach unseren Wünschen zusammengestellt. Die Route in groben Zügen: Urganch - Chiva - Bukhara - Aydarsee - Nurata - Samarkand - Sharisabz - Tashkent.

Stand 18.10.2026: Die Seite ist weiter im Aufbau, ich werde in den nächsten Tagen und Wochen Stück für Stück zu ergänzen: Reisebericht, Bildunterschriften und mehr.

Anreise: Drei Stunden von Stuttgart nach Istanbul, etwas Wartezeit, dann noch einmal knapp vier Stunden nach Urgench - und schon sind wir morgens um 6:30 Uhr im Westen Usbekistans. Ein Fahrer bringt uns nach Khiva / Chiva / Xiva (meint jeweils die selbe Stadt) in unser zentral in der UNESCO-Weltkulturerbe-Innnenstadt gelegenes Hotel. Nach einem Frühstück heißt es erste einmal eine Runde schlafen. Um 14:00 Uhr holt uns  Stadführerin Samira ab und zeigt uns ihre Stadt. Sie ist Deutschlehrerin und verdient sich noch etwas dazu mit Ihrem Nebenjob.

Noch mit leichtem Jetlag versuchen wir, die vielen Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten - bei 38°C im Schatten. Zum Glück ist die Stadt faszinierend und Samira begeistert: Medresen, Moscheen, Minarette, Basare und Souvenirstände erwarten uns. Abends gibt es ein gutes landestypisches Essen einschließlich usbekischem Bier. Wir haben Glück: gerade noch ergattern wir zwei Sitzplätze im Inneren, dann beginnt der Regen - er ist allerdings nur von kurzer Dauer. Danach noch eine Runde durch die atmosphärisch beleuchtete Altstadt, dann kann dieser gelungene erste Tag ausklingen.

Tag zwei ist wieder voller Entdeckungen, auch eine Minarettbesteigung gehört zu unserem selbstgewählten Programm. Köstlich schmecken die dicken handgemachten Dillnudeln mit Gulasch, eine Spezialität der Region (Shivit oshi).

Chiva

Morgens um 8:00 Uhr holt uns ein Fahrer ab und los geht's Richtung Buchara, wo wir gegen 15:30 Uhr ankommen. Die Fahrt ist durchaus interessant, weil sich die Landschaft abwechselt zwischen Wüste und Oase, wir eine einspurige Brücke über den Amudaryo nehmen, die sich (auf der selben Spur!) Eisenbahn und Autos teilen - vor der Brücke Polizei, Bunker und Stacheldraht, das Mittagessen und Ambiente im Restaurant neben der A380 doch sehr exotisch sind, und überhaupt liebe ich neue Eindrücke! Etwa 430 km haben wir zurückgelegt, der erste Teil der Strecke war in sehr schlechtem Zustand, die A380 ist dann in Ordnung. Auf der E40 überholen wir zwei schwerbeladene Fahrradreisende. Respekt!

Buchara

Buchara gehört zu den ältesten Städten Mittelasiens, nachweislich seit dem 6. Jh., aber Ausgrabungen zufolge war es bereits vor 2500 Jahren eine Siedlung. Die Stadt war einer der zentralen Umschlagplätze der Seidenstraße. Ab 709 von Arabern erobert, ab dem 9. Jh. herrschten die Samariden - eine Blütezeit von Handwerk, Wissenschaft und Kultur. Dann kam nomadisches Turkvolk (Karachaniden), 1206 marschierten die Nachbarn aus Chiwa ein, und dann erschien Dschingis Khan ( Temüdschin). Ab 1370 herrschten dann Amir Timur und seine Nachfahren, eine weitere Blütezeit. Auf die Timuriden folgten die Schaibaniden, jetzt war Buchara Hauptstadt eines neuen Khanats. Abdulla Khan (1534-1598) gelang es, alle Schaibandidenstämme von Samrkand, Taschkent und Balch (heute Afghanistan) in seinem Reich zu vereinen. Bauwesen und Wissenschaft florierten. 1740 zerstörten die Perser Buchara,..., der letzte Emir schließlch wurde von der Roten Armee vertrieben, Usbekistan zur Volksrepublik, Buchara 1924 Bezirkshauptstadt der Sowjetrepublik Usbekistan.

Am Abend treffen wir uns mit Murad am Labi Hauz (Stadtteich) und essen gemeinsam im Kukaldosh Garden Family Restaurant. Nachts überrascht und erschreckt uns ein Erdbeben, danach fällt der Strom aus. Ein sehr lautes Notstromaggregat übernimmt die Versorgung. Am nächsten Tag gibt es wieder viel zu erleben: Samaniden-Mausoleum, Heilquelle des Hiob mit Verkostung, Moscheen, Medresen, Teiche (Houz), Bazar incl. interessanter Begegnung mit türkischem Teppichunternehmer, Palast, Ark (Festung), ein wildes Rennen mit Elektro-TukTuks.
Zum Glück haben wir noch einen Tag in Buchara, an dem wir auf eigene Faust durch die Stadt stöbern, den Chor Minor besuchen, den ein reicher turkmenischer Kaufmann 1807 bauen lies, mit einem Turm für jede seiner vier Töchter.

Von Buchara zum Aydarsee

Mit Murad II geht es Richtung Norden, erster Stop ist G'ijduvon. Dort können wir Kunsthandwerk bewundern und uns stärken. Dann Richtung Navoiy, unterwegs halten wir bei einem alten Wasserspeicher (Sardoba - persisch für 'kaltes Wasser'), erbaut 1068-1080. Einen weiteren Stopp legen wir bei einem Felshügel mit Petroglyphen ein. Mittagessen gibt es in Nurata, dann besichtigen wir die dort gelegene von Alexander dem Großen erbaute Festung. Er ließ sie vor der Belagerung von Samarkand errichten. Unterhalb liegt eine Moschee mit heiligem Heilwasser und Fischen, die nicht verspeist werden dürfen. Von dort weiter nordwärts zum Aydar (kasachisch: Drachen) Kol (See). Nach dem Einchecken im Jurtencamp, das von sympathischen Kasachen betrieben wird, geht es an den Strand und ich darf eine Runde schwimmen - mitten in der Wüste. Zur Entstehungsgeschichte des Sees gibt es hier mehr: Aydar Kol

Aydarsee

Vom Aydarsee in die Nurataberge

Nurata

Samarkand

Sharisabz

Taschkent

Spezial 1: Holztüren

Spezial 2: Fahrzeuge